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Erste Europäische KMU-Woche, Small Business Act

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner eröffnete heute die erste “Europäische Woche der kleinen und mittleren Unternehmen”. “Österreichs KMU sind in der Krise in einer vergleichsweise günstigen Ausgangsposition. Sie können sich durch ihre Innovationsfähigkeit und Flexibilität rascher als große Unternehmen auf neue Marktverhältnisse anpassen. Jetzt ist die Stunde des Mittelstands und der Regionen”, sagte Mitterlehner im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, Kutsam-Geschäftsführer und österreichischer Kandidat für den europäischen “Red Tape Reduction Award” Christian Kutsam, sowie Heiner-Geschäftsführer Paulus Stuller.

Ziel der europaweiten Initiative der “Ersten Europäischen KMU-Woche ist es, die KMU über Unterstützungsmöglichkeiten auf EU- als auch auf nationaler Ebene zu informieren und mehr Menschen zu ermutigen, sich als Unternehmer selbstständig zu machen.

Europäische KMU-Woche 2009

Leitl wies darauf hin, dass Österreichs KMU trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen “erstaunlich stabil” seien. “Sie verschieben keine Investitionen, sie halten ihre Beschäftigten und sie investieren weiterhin in Bildung”, so Leitl. Umso wichtiger sei es, die Betriebe in dieser turbulenten Zeit zusätzlich zu unterstützen.

Beginnend mit einer großen Auftaktveranstaltung in Brüssel und endend mit einer Schlussveranstaltung am 13. und 14. Mai in Prag werden europaweit in 35 Ländern Aktivitäten gesetzt. In Österreich gibt es 36 Veranstaltungen mit einer großen Bandbreite an Themen: Von der Vorstellung EU-kofinanzierter Kooperationsprojekte wie der “Meisterstraße Innviertel”, die morgen in Reichersberg vorgestellt werden wird, bis hin zum “Größten Muttertagsherz der Welt”. Eine Übersicht und Beschreibung aller Veranstaltungen in Österreich ist im Anschluss an diesen Text zu finden.

Unterstützung für Österreichs KMU

In Österreich sind in der gewerblichen Wirtschaft 300.000 KMU tätig. Das sind 99,6 Prozent aller Unternehmen in diesem Bereich. Sie bieten 1,35 Millionen Mitarbeitern einen Arbeitsplatz und stellen 71 Prozent aller Lehrstellen. Ihre Eigenkapitalquote hinkt mit 22,8 Prozent denen der Großbetriebe hinterher. Daher unterstützt die österreichische Bundesregierung vor allem die KMU mit zwei Konjunkturpaketen und der Steuerreform: Mit den aufgestockten zinsbegünstigten ERP-Krediten und Haftungen. Mit dem neuen Programm der Mikrokredite, in dessen Rahmen kleine Unternehmen und Einpersonenunternehmen Kredite in Höhe von 10.000 bis 30.000 Euro aufnehmen können. Diese Angebote finden bei den Unternehmen regen Anklang und sind teilweise schon gut ausgeschöpft. Mit der Steuerreform wurden die Unternehmer den Arbeitnehmer beim Jahressechstel gleichgestellt. Sie können somit auch die steuerliche Begünstigung analog des 13. und 14. Gehalts lukrieren.

Für Wachstumsprojekte österreichischer Unternehmen wird jetzt ein mit jährlich 40 Millionen Euro dotierter “Mittelstandsfonds” bei der AWS eingerichtet. Aus diesem Fonds wird Eigenkapital in Form von stillen Beteiligungen für die heimischen Unternehmen bereitgestellt. Dadurch können komplexe Zukunftsprojekte wie die Erschließung neuer Märkte oder Aufbau einer neuen Vertriebsschiene finanziert werden. Die Gründung der Fondsgesellschaft erfolgt in den nächsten Tagen, die Auszahlung der Mittel ist nach Inkrafttreten des Bundesfinanzgesetzes voraussichtlich ab Mitte Juni möglich.

Zusätzlich ist ein neues Haftungsinstrument in Vorbereitung, um die Liquidität der heimischen KMU sicher zu stellen. “Wir gehen von einer reinen Investitionsförderung weg hin zu einer Förderung und Absicherung von Unternehmen”, sagte Mitterlehner. Mit dieser Maßnahme kann gesunden Unternehmen, die in der Krise mit vorübergehenden Finanzierungsengpässen konfrontiert sind, geholfen werden. Außerdem wird die Zahlungsfähigkeit in einer Umstrukturierungsphase sichergestellt und damit Arbeitsplätze gesichert.

Um die – vielfach schwierige – Eigenkapitalsituation vor allem bei kleineren Unternehmen zu stärken, sprach sich Leitl für die Errichtung eines europäischen Garantiefonds aus, der nationalen und regionalen Förderstellen einen Teil ihres Risikos bei der Kreditvergabe abnimmt und für etwaige Kreditausfälle gerade steht. Eine Dotierung von 1 Milliarde Euro würde ausreichen, um ein zusätzliches Kreditvolumen von 50 Milliarden Euro bereitzustellen, sagte Leitl: “Jedes KMU könnte eine Garantie von 5000 Euro erhalten, um in Bildung und Innovation zu investieren und somit gestärkt aus dieser schwierigen Situation hervorgehen. Das wäre ein wichtiges Signal der Ermutigung und Wertschätzung”.

KMU-Politik auf EU-Ebene

Die Herausforderungen für KMU sind in ganz Europa ähnlich. Mit dem Small Business Act (SBA) hat die Europäische Kommission 2008 eine wesentliche Grundlage geschaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern. Dabei werden Erleichterungen im Gesellschaftsrecht, Verbesserungen im Bereich der Kapitalbeschaffung, steuerliche Maßnahmen und mehr Hilfe für Unternehmensgründer gefordert. “Das wird den KMU dabei helfen, noch stärker und schneller zu wachsen und setzt an allen noch verbliebenen Hindernissen auf der europäischen Ebene an”, sagte Mitterlehner. Quelle: © Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend – Bild © Europäische Kommission


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